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Notfall-Projekt 6 (2.Tag)



DSC_5317Die Bürgermeisterin führt uns zurück. Unmittelbar hinter ihrem Büro beginnt ein sehr armes Viertel dieser kleinen Stadt. Wir besuchen ein kinderloses Paar. Sie wohnen in einer Hütte, die selbst unter dem hiesigen Standard als „sehr schlecht“ zu bezeichnen ist.  Als ich mit Mr. Bong den Zustand der Hütte inspiziere, weißt er uns darauf hin, dass weder die Hütte, noch das Land, auf der sie steht, ihnen gehört. Der Nachbar lässt sie hier verweilen. Das tun sie jetzt bereits seit 25 Jahren. Dementsprechend die pessimistische Lebenseinstellung und mentale Verfassung.

Wir alle haben, glaube ich, in dieser Situation für uns selber reflektiert, was das für ein Leben ist, im Vergleich zu Unserem. Hinzu kommen bei dieser Generation noch alle seelischen Schäden, die der jahrelange grausame Krieg hinterlassen hat.

Ich rege an, dass wir die Belegung unserer zwei Dörfer Chy Hong I und II überprüfen. Schließlich wurden diese Dörfer auch aus obdachlosen Familien zusammengewürfelt. Der Mann hatte vor 30 Jahren einen Unfall, er wurde an der thailändischen Grenze von einem LKW erfasst. Seither hat er ständig Schmerzen und ist schlecht auf den Beinen. Die Belastung kein sicheres zu Hause zu haben und keinerlei Optionen, dies zu ändern, steht ihnen ins Gesicht geschrieben.

Wir hoffen, dass vielleicht eine Familie aus Chy Hong I oder II dauerhaft nach Thailand gegangen ist. Viele Kambodschaner versuchen in Thailand ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Schon nach kurzer Zeit ist alles geregelt. Mr. Bong und sein Bareebo-Team sind wirklich unschlagbar. Wir werden sie umsiedeln. Sie werden auf Lebenszeit das Land nutzen können, an unserem Gartenprogramm teilnehmen, ihr eigenes Regenwasserauffangsystem mit Bio-Sand-Filter (BSF) haben, eine nette Nachbarschaft und uns ein wenig im Rücken.

Ein Soforthilfe-Programm macht aber auch jetzt schon Sinn, der Umzug wird ja noch einige Zeit dauern.

 

Maßnahmen
– Sonnenbrillen, schützen und entspannen die Augen 0,-
– Reis 100 Kg 45,-
– Kitchen-Set (Teller, Tassen, Gabeln, Messer, Fischsoße, etc) 30,-
– Schlaf-Set (Decke, Kissen, Bastmatte, Moskitonetz) 30,-
– Zuschuss zur neuen Hütte (Material) 200,-
– BSF, RRH sind bereits von der ursprünglichen Familie vorhanden 0,-

Gesamtaufwand: € 305,-

Fazit: Rund € 300,- und das Leben dieser zwei Menschen und das Leben hat wieder einen Wert. Tolles Emergency-Projekt. Der Gesichtsausdruck der Frau ist wohl selbstredend …. und meine Nase tut immer noch weh :)


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